Girokonto kündigen
Laden Sie Ihre Unterlagen hoch. Wir prüfen Kontotyp, Gebühren und mögliche Schreibanlässe zuerst und zeigen danach die passende Option.
Ein Girokonto zu kündigen ist rechtlich unkompliziert. Was viele nicht wissen: Bei einem normalen, unbefristeten Girokonto können Kunden jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen (§ 675h BGB). Banken hingegen müssen eine Frist von zwei Monaten einhalten. Wer ein besseres Angebot gefunden hat oder mit seiner Bank unzufrieden ist, kann sofort wechseln — die gesetzliche Infrastruktur dafür existiert.
Kündigungsfristen und gesetzliche Grundlage
Für unbefristete Zahlungsdiensterahmenverträge — das ist der rechtliche Begriff für ein normales Girokonto mit laufendem Zahlungsverkehr — gilt: Der Kontoinhaber kann jederzeit ohne Frist kündigen (§ 675h Abs. 1 BGB).
Die Bank dagegen muss eine Kündigungsfrist von zwei Monaten einhalten und braucht einen sachlichen Grund — etwa anhaltend negative Kontoführung oder die Schließung einer Filiale.
Sonderfall Darlehen: Wer zusätzlich einen Kredit bei der Bank hat, muss diesen separat regeln. Die Kündigung des Girokontos betrifft den Kredit nicht automatisch.
Kontowechselservice: So hilft das Gesetz
Wer das Konto wechselt, muss nicht alle Daueraufträge und Lastschriften manuell ummelden. Banken sind gesetzlich verpflichtet, dabei zu helfen (§§ 20–24 ZKG).
Der Kontowechselservice funktioniert so: Die neue Bank koordiniert den Wechsel auf Wunsch des Kunden. Die alte Bank leitet eingehende Überweisungen und Lastschriften 12 Monate lang an das neue Konto weiter. Absender und Zahlungsempfänger werden automatisch informiert.
Das entlastet erheblich — aber: Es empfiehlt sich trotzdem, wichtige Daueraufträge (Miete, Versicherungen) aktiv umzustellen, da der Service technische Grenzen hat.
So kündigen Sie das Konto richtig
1. Neues Konto eröffnen und Kontowechselservice beauftragen (oder selbst ummelden). 2. Alle Daueraufträge und Lastschriften prüfen. 3. Guthaben auf das neue Konto überweisen. 4. Kündigung schriftlich oder per Textform (E-Mail) an die Bank senden. 5. Bestätigung der Kontoschließung abwarten.
Textform reicht rechtlich — also auch eine E-Mail mit vollständigem Namen und IBAN. Trotzdem ist ein Brief mit Bestätigungswunsch sicherer, falls es später Fragen gibt.
Häufige Fehler beim Girokonto kündigen
Konto mit Guthaben gekündigt: Das Konto sollte möglichst auf null gebracht werden. Verbleibendes Guthaben wird zwar ausgezahlt, kann aber durch Bearbeitungsgebühren geschmälert werden.
Daueraufträge nicht umgestellt: Wer darauf vertraut, dass alles automatisch läuft, riskiert zurückbuchende Zahlungen — vor allem bei Anbietern, die nicht rechtzeitig informiert wurden.
Dispokreditrahmen nicht beachtet: Wer regelmäßig den Dispo nutzt, sollte sicherstellen, dass kein negativer Saldo besteht — sonst wird die Kündigung komplizierter.
Keine Bestätigung erhalten: Erst wenn die Bank die Schließung bestätigt, ist das Konto tatsächlich zu. Nachfragen, wenn nach zwei Wochen nichts kommt.
Musterschreiben
Hiermit kündige ich mein Girokonto (IBAN: [IBAN]) zum nächstmöglichen Termin. Ich bitte um schriftliche Bestätigung der Kontoschließung und Auszahlung eines eventuell verbleibenden Guthabens.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Im Einzelfall empfiehlt sich die Beratung durch eine zugelassene Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
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